Nahrungsraum und Augenweide

Haiger, 21.05.2014

Der Start ist gelungen: Unter dem Motto "Haiger blüht" trafen sich am Samstag rund 40 Menschen aus dem Dreiländereck, um die erste Bienenweide in Haiger zu säen. Entlang der Umgehungsstraße zwischen Haiger und Allendorf soll in den nächsten Wochen ein 300 Meter langes Blütenmeer entstehen - ein reichhaltiges Nahrungsangebot für Bienen und eine Augenweide für die Betrachter.

"Ich esse jeden Morgen Honig - meist von Imkern aus der Region", bekannte sich Haigers Bürgermeister Dr. Gerhard Zoubek (SPD) zu dem Naturprodukt. Im eigenen Garten habe er selbst kürzlich eine kleine Bienenweide ausgesät. "Ich habe mir sagen lassen, dass unser Honig qualitativ sehr hochwertig ist, da in unser Region keine extensive Landwirtschaft mit Düngemitteln betrieben wird und die Bienen eine große Vielfalt an Blumen finden."

Daher war der scheidende Bürgermeister am Samstag voll in seinem Element und marschierte säend den Imkerfreunden voraus. Dass die Aktion für alle ein Gewinn ist, davon sind der Rathaus-Chef und die heimischen Imkerüberzeugt: "Unsere Stadt bekommt weitere hübsche Blumenflächen und die Bienen ein gutes Nahrungsangebot."

Die Idee dazu haben die heimischen Imker aus anderen Orten mitgebracht. "Wir freuen uns, dass die Stadtverwaltung die Chancen erkannt hat und die Flächen bereitstellt", sagte Imker-Vorstand Ralph Bonkowski. Der Haigerseelbacher führt den Verein erst seit wenigen Monaten, hat aber gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Almut Weiss, Christof Brado und Daniel Bedenbender einiges in Bewegung gesetzt.

Haigerer Textorschüler ernten im Jahr 100 Kilo Bienenhonig"Unsere monatlichen Treffen haben sich zu wahren Expertenrunden entwickelt in denen die alten Hasen ihr Wissen an den Nachwuchs weitergeben." Kein Wunder also, dass die Bienenweide-Aktion viele der 65 Mitglieder mobilisieren konnte.

Auch die Bienen AG der Johann-Textor-Schule unter Leitung von Sascha Großer packte tatkräftig mit an und säte die zweite Fläche im Bereich der Firma Klingspor selbstständig ein. "Es interessieren sich mehr Schüler für die Arbeit mit den Bienen, als wir Plätze in der Arbeitsgemeinschaft haben", unterstreicht der engagierte Lehrer, der mittlerweile fünf Schulvölker betreut. "Daraus machen wir im Jahr knapp 100 Kilo leckeren Honig."

"Wenn jetzt das Wetter mitspielt und der richtige Mix aus Sonne und Regen vorherrscht, werden dieneuen Bienenweiden bald zur Augenweide für uns alle", blickt Imker-Chef Bonkowski voraus. Am Engagement seiner Kollegen und der Schüler soll es nicht liegen.
 
(Mit freundlicher Genehmigung des Haigerer Kuriers, Text und Foto: WalterLutz.)