Bunt und modern – das passt gut

Stolz auf ihre Bilder sind die Neuntklässler der Haigerer Johann-Textor-Schule.

Die Betrachter sind begeistert. "Es ist schön zu sehen, dass man aus den Schülern Kreatives herauskitzeln kann", freut sich Hanptschul-Leiter Helmut Haas, und Direktor Dr. Gerald Lohwasser war so angetan, dass er spontan anfragte, ob die Teenager vielleicht weitere Bilder für andere noch schmucklose Schulwände anfertigen können. "Die Arbeit war schwierig, hat uns aber zusammen geschweißt", meint auch Michaela (14), und Sofia ist stolz, "dass auch die nächsten Jahrgänge ihren Spaß an unseren Bildern haben". Der Wandschmuck im Stil des großen Künstlers geht auf eine Initiative von Christina Henrich zurück. Die Kunstlehrerin hatte sich dafür entschieden, mit ihrem Wahlpflicht-Kurs "Malerei" für die optische Neugestaltung der Aula zu sorgen. Im September fiel der Startschuss. Die Schüler aus drei Klassen hatten die Wahl zwischen Franz Marc, Friedensreich Hundertwasser und Paul Klee und entschieden sich für den letztgenannten. Aus rund 60 Werken wurden Bilder ausgewählt, die dann nach harter Arbeit im Kunstunterricht entstanden: In der Aula sind jetzt die Werke "Alter Mann", "Sinkende Sonne", "Unterwasserwelten", "Burg und Sonne" zu sehen. Beim Bild "Bäume im Garten" nutzten die Schüler ihre künstlerische Freiheit und ergänzten das Original durch den Schriftzug "Wohin?". "Das ist für viele unserer Schüler, die im letzten Schuljahr sind, natürlich eine wichtige Frage. Im Leben jedes Menschen gibt es Punkte, an denen sich die Wohin-Frage stellt", erklärt Christina Henrich, die sich über "hoch motivierte Schüler" freut. Die Bilder wurden in Gruppenarbeit erstellt, was großen Spaß machte. "Vor allem die Größe der Bilder war allerdings eine echte Herausforderung", weiß Christina Henrich, und Michaela (14) bestätigt diese Einschätzung: "Bei den Unterwasserwelten war es schwer, die Dimensionen richtig hin zu bekommen." Kein Wunder: Die Bilder sind teilweise 2,40 x 1,20 Meter groß, da war es alles andere als leicht, immer im Maßstab zu bleiben. Die "Unterwasserwelten" wurden in vier Bereiche aufgeteilt, was dem Bild eine besondere Dynamik gibt. Die Klee-Werke entstanden teilweise in Wischtechnik oder wurden getupft. Viele kräftige Farben kamen zum Einsatz - zum Beispiel bei "Burg und Sonne", das den drei Malern viel abverlangte.
Die Teenager hätten "zügig Hand in Hand gearbeitet", berichtet Christina Henrich und ist froh, die Heranwachsenden mal auf einer anderen Ebene erreicht zu haben: "Das gibt Selbstwertgefühl." Das bestätigt auch Hauptschulleiter Helmut Haas. "Man muss den Schülern etwas zutrauen und dann zeigt sich, dass sie zu erstaunlichen Ergebnissen in den unterschiedlichsten Bereichen fähig sind."
Die Schüler sind erkennbar zufrieden mit ihrer Arbeit und freuten sich gestern bei der offiziellen Präsentation über viele positive Kommentare. "Es wurde sogar angefragt, ob wir Auftragsarbeiten ausführen", meint Christian (17) stolz. Er und seine Mitschüler hätten nichts dagegen, die Schule mit weiteren Kunstwerken aufzupeppen.

(Haigerer Kurier, 08.0.2008, Text und Foto: rst) 

 

Die Bilder sind auf unserer Homepage in der Galerie unter der Rubrik "WP-Kurs Malerei" zu bewundern.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 06. Juni 2012 00:38