"Am liebsten gleich wieder"

"Plötzlich ist mein Zimmer so leer," bedauerte Larissa, als die Austauschgruppe aus Orbey Haiger wieder verlassen hatte. Nachdem man fünf Tage lang Zimmer, Mahlzeiten, Schule und Freizeit miteinander geteilt hatte, hinterließ der Abschied ein Gefühl der Leere. Auch auf französischer Seite sah es nicht anders aus. Eine Schülerin wollte noch im Bus sofort umkehren.

Obwohl sich die Neuntklässler schon in Frankreich beim Besuch der Haigerer Gruppe im Juni kennengelernt hatten, musste man sich wieder neu aufeinander einstellen. "Worüber sollen wir sprechen oder droht uns das große Schweigen? Viele stellten fest, das nach anfänglicher Unsicherheit man mit Deutsch, Französisch, Englisch, Händen und Füßen sich bestens verständigen kann. "Die sind genau wie wir, nur dass sie halt Französisch sprechen." so fassten die Haigerer Schüler ihre Erfahrungen zusammen.

Frankreich-Austausch 2014

Nach einer Führung durch die Johann-Textor-Schule besuchten die Elsässer gemeinsam mit ihren Partnern den Unterricht, unternahmen Ausflüge nach Wetzlar, Köln und Marburg und organisierten eine bunte Abschlussfete.
In Wetzlar ging man auf Goethes Spuren der Vorlage für seinen Werther-Roman nach und erfuhr gleichzeitig mehr über die Geschichte der freien Reichsstadt.

In Köln regnete es Bindfäden und doch wusste die Stadt am Rhein zu beeindrucken. Für Addi war es schlicht das Highlight. Die Schüler konnten das prächtige Fußbodenmosaik im römisch-germanischen Museum und die antike Wasserversorgung in der Domstadt bewundern und genossen die Gelegenheit zum Shoppen. Weiter ging es in Marburg auf den Spuren der heiligen Elisabeth.

Das Zusammenwachsen der Gruppe wurde auf der Abschiedsfeier besonders augenfällig. Es waren keine zwei Gruppen mehr feststellbar, sondern nur noch ein "Wir". Die Gastfamilien hatten das Buffet großzügig ausgestattet und dann konnte man den ganzen Abend tanzen und  reden. Die Umarmungen und vielen Tränen bei der Abfahrt des Buses verstärkten den Wunsch, sich möglichst bald wiederzusehen. Fazit von Pierre: "C‘était de la bombe." ("Wir hatten eine Bombenstimmung").