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Kreatives Schreiben mit Marco Michalzik

Haiger, 07.10.2021

10-08AutorenlesungaEinen ganz besonderen Gast durfte die Klasse 6F2 am gestrigen Donnerstag empfangen. Der bekannte Buchautor, Spoken-Word-Künstler, Dichter und Songwriter Marco Michalzik aus Darmstadt kam an die Johann-Textor-Schule, um den Schülerinnen und Schülern in einem Workshop das kreative Schreiben näher zu bringen. Angeboten wurde dies vom Medienservice der Kreisverwaltung des Lahn-Dill-Kreises. Aufgrund der starken Nachfrage mussten die Schulen sich für einen Besuch bewerben, eine einmalige Gelegenheit, die Klassenlehrer David Just sofort erfolgreich nutzte.

Zum Einstieg stellte Michalzik den 24 Schülerinnen und Schülern ein Rätsel. Sie sollten erraten, wer mit dem Liebesgedicht „Eva K“ tatsächlich gemeint war. Nach dem der Autor seine Verse vorgelesen hatte, kamen die Zuhörer auch schnell auf die Lösung, eine Tasse Kaffee. Die Botschaft ist also eine ganz Andere als man vermutet, wenn man den Titel hört. Liest man den Titel aber rückwärts bekommt man einen ziemlich direkten Hinweis. Da das Wort „Kaffee“ sich rückwärts etwas merkwürdig liest, entschied sich Michalzik für den abgewandelten Namen. Lustigerweise erriet eine Zuhörerin dies schon vor der ersten Publikumslesung, da sie sich Wörter immer rückwärts vorstellte, verriet der Autor.

In der Kreativübung „Wenn ich ein Wort wäre…“ waren die Schülerinnen und Schüler aufgefordert in einem ersten Durchlauf zunächst spontan ein Wort zu nennen, das ihnen gerade einfiel. Hier wurden unter Anderem „Tisch“, „Shampoo“, „Apfel“, „heiß“, „spannend“ und „Wolf“ genannt. In einem zweiten Durchgang ging es nun darum, aus dem zuvor genannten Wort einen Satz zu bilden, sodass am Ende folgende lustige Geschichte zustande kam: "Ein ängstlicher Roboter sammelt Mäppchen und Katzen ein, die zuvor aus dem Fenster geworfen wurden und trinkt dabei gerne einen heißen Tee, der gerne auch mal schwarz wird, bevor der Roboter mit Shampoo gewaschen wird." Michalzik fragte sich, ob der Roboter nun eine gute oder böse Figur sei. Auf jeden Fall sei aber eine tolle Science-Fiction Geschichte dabei herausgekommen.

Im nächsten Schritt wurden die Schülerinnen und Schüler selbst zu Autoren. In einer Partneraufgabe ging es darum, statt wie zuvor miteinander nunmehr gegeneinander eine Geschichte zu schreiben. Dabei übernahm ein Schreiber die Rolle des Guten, der Andere die Rolle des Bösen. Abwechselnd wurde nun jeweils ein Satz zu Papier gebracht, wobei das Böse versuchen musste, die Pläne des Guten zu durchkreuzen. Heraus kam etwa ein geplanter Ausflug in die Eisdiele, der in eine Odyssee durch eine Dönerbude und ein Hotel mit vielen Zimmern mündete, die schließlich im verlassenen Elternhaus endete.

AutorenlesungIn einer anderen Geschichte wurde eine Katze vom Blitz getroffen und ihre Nachfolgerin von einem Tornado verschluckt. Die frustrierte Katzenhalterin zog daraufhin mit einem Wohnmobil nach Spanien, wo sie von einer großen Flutwelle erfasst wurde. Die kunterbunten Geschichten sorgten für viel Gelächter in der Klasse und auch Michalzik fand lobende Worte für die Kreationen: „Es war sehr lustig. Eure Geschichten haben eine Menge Spaß gemacht.“

Im Anschluss las er das Gedicht „Beat“ aus seinem Buch „Alles wird ein bisschen anders“ vor. In dem Gedicht wird der menschliche Körper als Wohnung betrachtet und die Kernfrage lautet: Wie kommt das Faszinierende zwischen die Fasern?

Am Ende des Workshops durften die Sechstklässler Fragen stellen. Auf die Frage, wie man eigentlich Autor wird, antwortete Michalzik: „Wenn man etwas gut macht und sich Mühe gibt, besser darin zu werden, kommen vielleicht Leute, die das interessiert. Wichtig ist, dass man Spaß daran hat.“ Er lobte noch einmal die Arbeit der Schülerinnen und Schüler: „Das war hervorragend. Ihr wart kreativ und es hat Spaß gemacht.“ Begeistert war auch die Klasse 6F2: „Es war eine echt coole Stunde und ich hätte gerne noch mehr gemacht.“ fasst ein Schüler seine Eindrücke zusammen.

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