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Mit „Ausbildung zur Ausbildung“ ins Berufsleben starten

Haiger, 02.06.2022

Eine Berufsausbildung schon während der Schulzeit kennenlernen, in einen Beruf reinschnuppern und erste Erfahrungen sammeln, darum geht es in dem Projekt „Ausbildung zur Ausbildung“ an der JTS Haiger.

Eine Berufsausbildung schon während der Schulzeit kennenlernen, in einen Beruf reinschnuppern und erste Erfahrungen sammeln, darum geht es in dem Projekt „Ausbildung zur Ausbildung“ an der JTS Haiger.Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler aller Schulzweige des Jahrgangs 9, die einmal pro Woche in die Ausbildungswerkstätten der beteiligten Firmen gehen und dort gemeinsam mit den firmeneigenen Azubis ausgebildet werden. Unterstützt wird es von der Stadt Haiger, die als Kooperationspartner ebenso mit an Bord ist wie 28 weitere Unternehmen aus dem heimischen Raum. Stellvertretend für die beteiligten Firmen waren bei der Informationsveranstaltung am 01.06.2022 Kai Göbel vom gleichnamigen Edeka Markt, sowie Kevin Krüger, Ausbildungsleiter der Firma Siemag Tecberg zu Gast.

„Deutschlandweit ist dies das erste Projekt dieser Art.“ betonte der Initiator Alexander Schüler, Stufenleiter der Jahrgänge 9 und 10 und Ganztagskoordinator. Ziel ist es, die Abbrecherquote bei Berufsausbildungen zu verringen, die Vermittlungsquote von geeigneten Kandidaten zu erhöhen, dem Fachkräftemangel entgegenzutreten und das Bild der dualen Ausbildung zu stärken. Dies sei mit Blick auf die aktuelle Ausbildungssituation in den Betrieben extrem wichtig, hob Schüler hervor.

Eine Berufsausbildung schon während der Schulzeit kennenlernen, in einen Beruf reinschnuppern und erste Erfahrungen sammeln, darum geht es in dem Projekt „Ausbildung zur Ausbildung“ an der JTS Haiger.Der Kurs ist Bestandteil des Ganztagsangebots der JTS, die Teilnahme ist also freiwillig. „So wird gewährleistet, dass die Schülerinnen und Schüler auch mit einer entsprechenden Motivation an die Sache herangehen und wir haben tolle Kooperationspartner, die richtig viel Lust auf unsere Jugendlichen haben. Sie wollen sie fördern und fordern.“ erläuterte Schüler.

Wer dabei in welche Firma geht, ergibt sich aus den von den derzeit 28 Kooperationspartnern angebotenen Ausbildungsberufen. Rittal bietet beispielsweise eine Ausbildung zum Mechatroniker an, Cloos zum Betriebselektroniker und Klingspor zum Maschinen- und Anlagenführer und Mechatroniker. Die Firmen schauen sich die Leistungen der Schüler ein Jahr an und evaluieren sie gemeinsam mit dem schulischen Kursbetreuer. Im Idealfall sind viele geeignete Schülerinnen und Schüler dabei, sodass der Betrieb Ausbildungsverträge anbieten kann. Sollte es sogar mehr geeignete Kandidaten als Plätze geben, stellt auch dies kein Problem dar, die betreffenden Schülerinnen und Schüler werden dann innerhalb des Projekts an andere Firmen vermittelt. Bekommt man einen Ausbildungsvertrag, kann man im darauffolgenden Schuljahr nochmal an dem Kurs teilnehmen, sodass die Schülerinnen und Schüler im Idealfall die Firma bereits zwei Jahre kennen, bevor sie in die reguläre Berufsausbildung übergehen.

Die Vorteile für die beteiligten Firmen liegen auf der Hand: da ohnehin Azubis ausgebildet werden, hält sich der Aufwand in Grenzen. Neue Bewerber sind bekannt, verfügen über erste Kenntnisse und im Idealfall kennt man die zukünftigen Azubis bereits seit zwei Jahren und kann sie dementsprechend vorbereiten. So wird nicht nur die Bewerbersichtung einfacher, gleichzeitig minimiert man auch das Risiko eines Ausbildungsabbruchs.

Für Schülerinnen und Schüler bringt das Projekt ebenfalls handfeste Vorteile: Berührungsängste mit der Arbeitswelt werden rechtzeitig abgebaut, die spätere Berufsausbildung wird vorentlastet und die Jugendlichen erkennen den Wert guter schulischer Leistungen für ihre eigene Zukunft. Zudem lernen sie früh ihre Ausbilder kennen, dies gibt ihnen Sicherheit und Vertrauen mit auf den Weg ins Berufsleben. Nicht zuletzt erleichtert es ihnen die eigene Lebenswegplanung deutlich. „Uns geht es darum, den Kindern Perspektiven zu geben.“ erklärte Schüler.

Begeistert von dem Projekt zeigten sich auch die Vertreter der beteiligten Kooperationspartner. „Das ist ein starkes Projekt. Da können die Schüler sich ausprobieren. Es ist eine Chance, jungen Leuten zu vermitteln, wie das Arbeitsleben aussieht.“ lobte Kai Göbel, Geschäftsführer des Haigerer Edeka-Marktes. „Das Schlimmste ist, wenn Kinder nicht wissen, was sie wollen. Deshalb ist das Projekt so wertvoll. Gemeinsam können wir herausfinden, wo die Interessen liegen und dann wird etwas Daraus.“ ergänzte Kevin Krüger, Ausbildungsleiter bei der Siemag Tecberg GmbH.

Informationen rund um das Thema „Lehre plus“ gab es ebenfalls. Engagierte Auszubildende können in diesem studienqualifizierenden Bildungsgang parallel zur Berufsausbildung die Fachhochschulreife erwerben und sich somit die Option auf ein späteres Hochschulstudium sichern. Möglich ist dies etwa an den Gewerblichen Schulen des Lahn-Dill-Kreises in Dillenburg.

In den kommenden Jahren soll das Projekt weiterwachsen. Es gilt, möglichst viele Schülerinnen und Schüler dafür zu begeistern und noch weitere Kooperationspartner aus den unterschiedlichsten Branchen zu gewinnen.

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