„Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“

Haiger, 30.01.2026.

Am heutigen Freitag wurde der Schulleiter der JTS, Norbert Schmidt, im Rahmen eines Festakts verabschiedet. „Es ist ein besonderer Tag, wenn ein Schulleiter nach elf Jahren verabschiedet wird. Ab nun wird alles ein bisschen anders“, mit diesen Worten begrüßte der Stellvertretende Schulleiter Matthias Deffner die zahlreich erschienenen Gäste.

Mithilfe vieler Artikel, die während Schmidts Amtszeit auf der Schulhomepage erschienen waren, blickte er auf seine Erfolge zurück. [...] Er erinnerte an die regen Bautätigkeiten, wie die Neugestaltung des Bereichs Naturwissenschaften zu Beginn seiner Laufbahn als Schulleiter und die zuletzt erfolgte Renovierung des Eingangsbereichs und den Aufbau des neuen Lernateliers. Ein besonderes Anliegen sei für Schmidt immer die Öffnung der Schule gewesen, vor allem die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern, erklärte Deffner und erinnerte dabei an die erste schulische Berufsbildungsmesse im Jahr 2016 und den zweiten Platz beim Preis „SchuleWirtschaft“ 2024. „Du warst stets streitbar. Wenn dir etwas wichtig war, hast du es durchgesetzt“, betonte Deffner mit Blick auf den Ausbau des Berufsorientierungsprojekts SchulePlus entgegen so mancher Widerstände.

Verabschiedung unseres SchulleitersAls weitere Erfolge nannte er die Zusammenarbeit mit der Stadt Haiger im Rahmen des WPU-Kurses "Feuerwehr" und die enge Zusammenarbeit mit anderen Schulen und dem TSV Steinbach: „Das war für uns stets wichtig und vorteilhaft“. Er blickte auch auf die zahlreichen Auszeichnungen zurück, die die Schule in den letzten elf Jahren erhalten hat, so darf sie sich „Umweltschule“ „MINT-Schule“ und „digitale Schule“ nennen. Am Ende seines Rückblicks zeigte Deffner ein Foto von Schmidt`s leerem Schreibtisch: „So viel Tischfläche haben wir in den letzten Jahren nicht gesehen. Einen herzlichen Dank im Namen der ganzen Schulgemeinde für alles, was du in den elf Jahren für diese Schule getan hast“.

Verabschiedung unseres Schulleiters„Ich komme immer total gerne an diese Schule. Man erlebt hier einen besonderen Geist. Sie haben Dinge wachsen lassen und sie geben Raum, damit Dinge entstehen können“, lobte Landrat Carsten Braun die Arbeit des Schulleiters. Besonders positiv sei dabei aus Sicht des Schulträgers auch das Engagement für die bauliche und digitale Entwicklung der Schule gewesen. An der Johann-Textor-Schule habe man dabei stets die Schülerinnen und Schüler im Blick: „Es sind viele Meilen, die sie hier als Kollegium extra gehen. Sie sind eine Schule, mit der man mal kreativ sein darf“.

„Verabschiedung heißt nicht unbedingt auf Nimmerwiedersehen. Sie werden hier immer gern gesehen werden“, betonte der Haigerer Bürgermeister Mario Schramm. Ihm sei vor allem aufgefallen, dass es erstaunlich viele Parallelen in ihren beiden Lebensläufen gebe. Beide haben eine Berufsausbildung und ein Studium absolviert und sind in ihr Amt auf einen "Doktor" gefolgt. „Vom ersten Tag an hat die Chemie gepasst. Ich habe mich immer gefreut, an dieser Schule zu sein“, bewertete Schramm die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Schule. Zum Abschied wünschte er dem begeisterten Segler „immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“. Für den Fall, dass doch einmal Flaute herrschen sollte, hatte er auch das passende Präsent parat, das neueste Buch über die Stadt Haiger.

Verabschiedung unseres Schulleiters

Nach einem Auftritt der Schulband mit „Clocks“ von Coldplay griff auch Lehrer Andreas Küster vom Schulpersonalrat das Thema Seefahrt wieder auf: „Ein Schiff ist nicht nur aus Holz und Segeln, sondern ein Ort der Gemeinschaft und der Verantwortung“. Schmidt habe das Schiff elf Jahre lang auch durch stürmische Gewässer erfolgreich geleitet und dabei sei nicht jede Kursentscheidung einfach gewesen, so Küster. Für die nun bevorstehenden Segeltörns schenkte er ihm ein Logbuch, um die schönsten Momente festhalten zu können. Das Kollegium sang im Anschluss „Und so geh nun deinen Weg“.

„Sie haben den Aufbruch in eine neue Zeit möglich gemacht“, erklärte Astrid John, Schulleiterin der Gewerblichen Schulen in Dillenburg. Sie sei froh und dankbar für die gemeinsame Zeit als Kooperationspartner. Eine ganz besondere Offenheit habe die Zusammenarbeit mit der Johann-Textor-Schule geprägt. Dies sei ein großer Mehrwert für die Schülerinnen und Schüler gewesen, so John weiter. „Der Erfolg der Johann-Textor-Schule ist kein Zufall. Intensive Bemühungen mit vielen Kooperationspartnern haben dazu geführt. Das setzt Überzeugung und Beharrlichkeit voraus. Die Johann-Textor-Schule ist ein Vorbild“, lobte sie die erfolgreiche Arbeit. Grüße und Dank richtete sie auch im Namen von Schulleiter Matthias Riedesel für die Kaufmännischen Schulen in Dillenburg aus.

„So traf der Bauingenieur auf das System Schule“, blickte der Vorsitzende des Schulelternbeirats Björn Lückhof auf die Anfänge der gemeinsamen Tätigkeit zurück. Besonders positiv bleibe ihm dabei die Diskussionskultur in Erinnerung, sie sei stets konstruktiv und lösungsorientiert gewesen. Vor allem der Informationsfluss habe gut funktioniert: „Es gab immer ein offenes Ohr und Entscheidungen wurden begründet dargelegt“. Insbesondere aus Sicht der Eltern sei eine Gesamtschule mit dem Projekt SchulePlus ein großer Benefit, betonte Lückhof. Zum Abschied wünschte der Statiker dann auch zwei Handbreit Wasser unter den Kiel, um "auf Nummer Sicher" zu gehen.

„Du hast in viele Kinder investiert und ihnen eine gute Zukunft ermöglicht“, erklärte Carlos Schmidt von der Firma Hof CNC. SchulePlus sei eine schöne Idee gewesen. Bei Gegenwind habe Schmidt sich vor seine Schule und sein Kollegium gestellt und so Charakter gezeigt, hob er hervor. Zum Abschluss gab er dem scheidenden Schulleiter ein Bibelzitat des Propheten Maleachi mit: Gott halte seine Hand über diejenigen, die für Gerechtigkeit stehen und Charakter zeigen.

Verabschiedung unseres SchulleitersDunja Fiedler von der Firma Cloos verglich Schmidt mit einem Leuchtturm: Er drängt sich nicht in den Vordergrund, sondern gibt Orientierung, wenn es unübersichtlich wird. So haben wir sie erlebt“. Passend dazu überreichten zwei ehemalige Schüler einen von ihnen gefertigten Leuchtturm als Abschiedsgeschenk. „Du hast die Johann-Textor-Schule zu einer bunten und lebensfrohen Schule gemacht. Ihr seid ein wichtiger Kooperationspartner für uns geworden“ hob Tobias Sohn von der Firma Rittal hervor und blickte auf die gemeinsamen Anfänge und die Arbeit an SchulePlus zurück.

Nikola Schouler vom Staatlichen Schulamt in Weilburg, die derzeit mit der schulfachlichen Aufsicht beauftragt ist, erklärte, sie habe sich gefreut, als sie erfahren habe, dass die JTS zu ihrem Aufsichtsbereich gehört. „Sie waren ein Schulleiter, der Schule aktiv gestaltet hat. Sie haben Schule nicht nur verwaltet, sondern entwickelt“, lobte sie Schmidt`s Engagement und dankte ihm für die erfolgreiche Zusammenarbeit.

Verabschiedung unseres Schulleiters„Wenn man etwas gestalten will, muss man in Verantwortung gehen, deswegen bin ich in die Schulleitung gegangen“, erklärte Schmidt in seinem Schlusswort. Aufgabe der Schule sei es, die Jugendlichen von heute auf die Herausforderungen unserer Zeit vorzubereiten. Hierzu seien neue Wege und Methoden notwendig. Er sei ein bisschen neidisch auf die Kollegen, da sie diesen spannenden Weg weiter gehen könnten, sagte Schmidt zu seinem Abschied.

Nach einem letzten Auftritt der Schulband mit dem 90er Hit „Smells like teen spirit“ von Nirvana gab es noch ein gemütliches Beisammensein bei einem kleinen Mittagssnack.