29./30.04.2025, Haiger/Hadamar – Bericht der Klasse 10R2
Am 29. und 30. April 2025 besuchte der gesamte zehnte Jahrgang die Gedenkstätte in Hadamar: ein sehr eindrucksvoller Besuch, der uns die Grausamkeit der NS-Zeit auf erschütternde Weise vor Augen geführt hat.
Wir, die Klasse 10R2, hatten eine Führung und einen Workshop, der von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter durchgeführt wurde. Während dieses Besuchs erhielten wir einen eindrucksvollen und bedrückenden Einblick in die grausame Geschichte dieses Ortes, der während der Zeit des Nationalsozialismus Teil des sogenannten Euthanasie-Programms war.
Bereits vor der Führung wurde uns in der JTS von Frau Menges ein erster Überblick über die Geschehnisse in Hadamar gegeben. Sie forscht über Haigerer Opfer des Nationalsozialismus und erklärte uns wichtige Hintergründe. Besonders berührend war, dass Frau Menges uns einen Stolperstein mitgebracht hatte – ein symbolisches Erinnerungszeichen für eines der Opfer, den Haigerer Otto Kilian, der mit 15 Jahren von den Nazis in Hadamar ermordet wurde.
Die Führung durch die Gedenkstätte wurde von Herrn Clever geleitet, der uns sehr sachlich, aber eindrucksvoll durch die einzelnen Stationen führte und dabei viele wichtige Informationen zur Geschichte und Bedeutung des Ortes vermittelte. Wir lernten in Gruppen auch weitere Opfer der Tötungsanstalt kennen, indem wir uns mit Hilfe von „Erinnerungsboxen“ mit deren Leben beschäftigten, z. B. die Zwangsarbeiterin Wera Kobaljazka und das Kind Horst Spieler. So erfuhren wir einiges über deren Leben, bevor sie dort ermordet wurden.
Wir besichtigten das Innere des ehemaligen Krankenhauses, das in der NS-Zeit als Tötungsanstalt genutzt wurde. Besonders erschütternd waren die Gaskammer sowie der Sezierraum, in dem Leichen untersucht wurden. Den originalen Ofen konnten wir nicht mehr sehen, da er noch vor dem Kriegsende abgebaut wurde – stattdessen wurde uns davon ein Foto gezeigt. Auch das Wartezimmer, in dem die Opfer vor ihrer Ermordung untergebracht wurden, war Teil der Besichtigung. Anhand zahlreicher historischer Bilder konnten wir nachvollziehen, wie das Gelände damals aussah.
Besonders eindrucksvoll war der sogenannte „Graue Bus“, mit dem viele Opfer zur Anstalt gebracht wurden. Die Busgarage, in der diese Fahrzeuge standen, war ebenfalls zu sehen. Ein stiller Moment war der Besuch der Gedenkfläche, auf der an die Opfer erinnert wird. Der Besuch war sehr eindrucksvoll und hat uns die Grausamkeit der NS-Zeit auf erschütternde Weise vor Augen geführt.
Die Gedenkstätte Hadamar erinnert daran, wie wichtig es ist, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, damit sich solche Verbrechen nie wiederholen. Sie mahnt uns, für Menschlichkeit, Würde und das Leben aller Menschen einzustehen.
Von Bastian, Benjamin, Ecrin, Farahnaz, Finn und Kayra aus der Klasse 10R2
